Energiewende im Gemeinderat
Gymnasium Horn erprobte die Zukunft
Wie wird eine Gemeinde zur Plus-Energie-Gemeinde, die mehr Energie erzeugt, als sie verbraucht? Dieser Frage widmete sich die gesamte Oberstufe des Gymnasiums Horn bei der „Mission Innovation Austria Week 2026“ am Campus Horn. In einem fiktiven Planspiel diskutierten die Jugendlichen einen Vormittag lang über mögliche Maßnahmen – und erlebten dabei, wie unterschiedlich die Interessen innerhalb einer Gemeinde sein können.
Die Idee
Die Veranstaltung unter der Projektleitung von Otmar Schlager und der Prozessbegleitung von Renate Brandner Weiß bot dafür den passenden Rahmen: Die „Mission Innovation Austria Week“ beschäftigt sich mit der Energiewende in Gemeinden und Regionen und damit, wie innovative Ansätze ihren Weg in die Praxis finden.
Eine Rolle für jeden
Acht Jugendliche, darunter sieben vom Gymnasium Horn, übernahmen im Planspiel zentrale Rollen. Sie vertraten unter anderem den Bürgermeister, eine Energiegemeinschaft sowie die Bereiche Umweltschutz, Tourismus und Wirtschaft, Bildung und die politische Opposition. Ihre Aufgabe war es, Vorschläge aus der jeweiligen Perspektive zu beurteilen, Anliegen einzubringen und gemeinsam über die Zukunft der fiktiven Gemeinde zu beraten.
Auch die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aktiv eingebunden: Alle im Plenum erhielten nach dem Zufallsprinzip eine Rolle. Nach der ersten Diskussionsrunde fanden sie sich in ihren jeweiligen Teams zusammen, erstellten Projektlisten und entwickelten mit ihren Gruppensprechern weitere Ideen. Anschließend wurden die Vorschläge wieder ins Plenum eingebracht und gemeinsam diskutiert.
Auf in die Zukunft
Die Überlegungen reichten von Photovoltaikanlagen über Gemeindeförderungen für Elektroautos bis zu größeren Energiespeichern. Angedacht wurde etwa ein See, der mehrere Funktionen erfüllen und auch Teil eines Pumpspeicherkraftwerks sein könnte. Eine weitere Idee war ein Hubspeicherkraftwerk: Dabei werden Betonblöcke mit überschüssigem Strom auf einen hohen Turm gehoben und zur späteren Stromgewinnung wieder abgesenkt.
Im Mittelpunkt stand jedoch nicht allein die Suche nach technischen Lösungen. Das Planspiel machte erfahrbar, dass ein gemeinsames Ziel noch keine Einigkeit über den Weg dorthin bedeutet. Die Jugendlichen mussten andere Sichtweisen berücksichtigen, Argumente abwägen und ihre eigenen Vorschläge zur Diskussion stellen. So wurde die Energiewende zugleich zu einer praktischen Übung in demokratischer Zusammenarbeit.
