In Vorbereitung auf Ostern näherten sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Horn heuer auf kreative Weise der Gestalt Jesu Christi.
Über das Leben Jesu wissen wir nur wenig. Was wir über ihn erfahren, stammt aus den vier Evangelien der Bibel. Diese stimmen in ihren Kernaussagen überein, unterscheiden sich aber in manchen Details. Berichtet wird von seiner Geburt, der Flucht nach Ägypten, einer Begebenheit als Zwölfjähriger im Tempel und schließlich von den Jahren seines öffentlichen Wirkens. Dazwischen bleibt vieles im Dunkeln. Unser Blick auf Jesus kann daher nie ganz vollständig sein.
Ausgehend von diesem Gedanken entstand ein besonderes Projekt der Religionslehrerinnen und Religionslehrer: Aus jeder Klasse gestaltete ein Schüler oder eine Schülerin ein Jesusporträt. So entstanden ganz unterschiedliche Darstellungen – klassisch mit langen Haaren und Bart, jugendlich und bartlos, fröhlich-comichaft, unter der Dornenkrone oder mit hoffnungsvollem Blick in die Zukunft.
Die Bilder wurden im „Reli-Eck“ beim Stiegenaufgang aufgehängt und teilweise von einem Vorhang aus Schnüren verdeckt. Diese Schnur war zu Schulbeginn beim Eröffnungsgottesdienst entstanden, als Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern jeweils ein Stück hineinknüpften. Dieses Projekt macht also sichtbar: Jeder Mensch hat einen eigenen Blick auf Jesus, und zugleich bleibt dieser Blick immer unvollständig.
Die achten Klassen setzten sich zusätzlich intensiv mit dem Osterfestkreis auseinander. In Gruppen beschäftigten sie sich kreativ mit der Bedeutung der einzelnen Festtage und suchten nach Bezügen zum eigenen Leben. So fragten sie etwa zum Karfreitag, wie man selbst mit Trauer umgeht, oder verbanden den Jubel beim Einzug in Jerusalem mit der Begeisterung bei sportlichen Großereignissen: „Das gemeinsame Feiern erinnert daran, Glaube und Freude offen zu zeigen.“
Text und Fotos: Manuela Kopper