Einige Mitschüler aus dem vorjährigen Schuljahr haben einen anderen Bildungsweg eingeschlagen, aber dafür bereichern Nuno, Austauschschüler aus Portugal, Lorenz und Max nun die Klassengemeinschaft und beleben unseren Schulalltag. Deshalb war Donnerstag, der 17. Oktober 2019 ein passender Zeitpunkt für eine gemeinsame Exkursion. Dafür schien vor allem ein Workshop ins Viktor-Frankl-Zentrum sehr geeignet, um sich besser kennenzulernen.

Unsere Deutschprofessorin Maria Theresia Ferrari organisierte einen Besuch im Viktor-Frankl-Zentrum in Wien. Viktor Frankl war Arzt und Psychotherapeut, er verlor seine jüdische Familie in der NS Zeit und überlebte VIER Konzentrationslager. Er ist Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse und verurteilte in seiner „Rathausrede“ 1988 eine Kollektivschuld der Nazis. Im Gegensatz zu Sigmund Freuds „Tiefenpsychologie“ schuf er seine „Höhenpsychologie“.

 Im Viktor-Frankl-Zentrum nahmen wir an einer interaktiven Führung von Frau Dr.med. Imma Müller-Hartburg teil, die sich auf die Lehre Viktor Frankls und das Anwendungsgebiet für medizinisches Fachpersonal spezialisiert hat. In Gruppen erarbeiteten wir einige der Grundlagen der Lehre Frankls, gespickt wurde der Workshop mit interessanten Hintergrundinformationen und Anekdoten aus seinem Leben. Die Diskussionen und die verschiedenen Sichtweisen auf gewisse Problemstellungen und die Lösungsansätze nach Frankls Lehre waren sehr inspirierend und regten zur Eigenreflexion an.

Nach einer Mittagspause konnten wir an einer Führung durch die Hauptuniversität teilnehmen. Dort wurde uns von einer Studentin der Kunstgeschichte in der Eingangshalle die Rektorentafel gezeigt und Geschichtliches über die Gründung der Universität „Alma Mater Rudolphina“ erzählt. Die Architektur von Heinrich Ferstel konnten wir anhand der imposanten Marmortreppen und stuckverzierten Treppenhäuser bewundern. Besonders beeindruckend waren der Festsaal, die Deckengemälde von Franz Matsch und die Reproduktionen von Gustav Klimt, sowie die Allegorien der einzelnen Wissenschaften. Der Rundgang durch den herrlichen Lesesaal der Bibliothek und ein Kurzbesuch einer Vorlesung im Audimax rundeten den „Schnupperbesuch“ der Universität ab.

 Im Arkadenhof, dem Zentrum der Universität, konnten wir entlang eines kurzen Rundgangs honorige Büsten der großen Wissenschaftler und mittlerweile auch Wissenschaftlerinnen betrachten. Die großartige Arbeit der gebürtigen Hornerin und ehemaligen Schülerin unserer Schule Iris Andraschek -Holzer „Der Muse reicht‘s“, für eine Gleichberechtigung der Frauen in der Wissenschaft, bewunderten wir ebenfalls.

Mit vielen neuen Eindrücken traten wir die Heimreise an. Unsere nächsten Exkursionen werden uns sicher auch in andere Universitäten führen.

Viktor Frankl Zentrum: https://www.franklzentrum.org/

 

Festsaal Hauptuniversität Wien: https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/die-fakultaetsbilder-von-gustav-klimt-im-festsaal-der-universitaet-wien

 Ilse Andraschek „Der Muse reicht‘s“: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Der_Muse_reichts,_Kunstwerk_von_Iris_Andraschek_(2009).jpg